Eisenbahnbrücke am Zuckermandelweg in Nürnberg
Die Eisenbahnbrücke am Zuckermandelweg wurde im Jahr 1911 errichtet und seitdem nicht verändert oder erneuert. Sie besteht aus zwei Mauerwerksbögen. Der westliche Bogen zur Lenkersheimer Straße überführt die Richtungsgleise, der Strecke 5950, vom Rangierbahnhof Nürnberg nach Fürth sowie die Gegenrichtung. Auf dem östlichen Bogen liegt ein Überholgleis des Bahnhofs Großmarkt sowie ein ehemaliges Zufahrtsgleis zum Großmarkt. Der Nürnberger Großmarkt besitzt heute keinen aktiven Gleisanschluss mehr.
Die ursprünglichen Planungen des Pegnitztunnels sahen vor, dass wenige Meter nördlich der Leyher Straße bis südlich des Zuckermandelweges der Tunnel in offener Bauweise errichtet werden sollte. Mittlerweile hat sich die Maschinentechnik für die Schildvortriebmaschinen so weiter entwickelt, dass diese bei entsprechenden Vorkehrungen auch mit geringer Erdüberdeckung fahren können. So wird in diesem Bereich eine temporäre Erdauflast geschüttet, dann fährt die Maschine bis südlich des Zuckermandelweges hindurch und anschließend wird die Erdmasse soweit reduziert, dass diese nur auf dem Gelände der DB AG zu liegen kommen. Die Betroffenheiten aus der offenen Bauweise werden vermieden.
Seit den frühen 90-iger Jahren des 20. Jahrhunderts sind einige Jahre vergangen. Dabei ist die Eisenbahnbrücke am Zuckermandelweg weiter gealtert.
Die neue Tunnelröhre wird auf der Ostseite parallel zu den bestehenden Gleise verlaufen. Beim Auffahren des Tunnels werden die Fundamente der Brücke stark beeinflusst und müssten entsprechend aufwendig, z. B. durch Injektion unter die Fundamente, gesichert werden. Gleichzeitig ist die Brücke in einem sehr schlechten baulichem Zustand, so dass sie als abgängig einzustufen ist. Bereits heute bestehen Einschränkungen bei den Lasten, die über diese Brücke verkehren dürfen.
Der Anschluss an den Nürnberger Großmarkt wird nicht mehr genutzt. Die Brücke hat für die DB AG keinen Nutzen mehr. Vor etwa 40 Jahren hat die Stadt Nürnberg das Wegerecht unter der Brücke eingezogen und den Weg entwidmet. Seitdem hat die DB AG die gelegentliche Passage von Fußgängern und Radfahrern toleriert. Nähere Informationen zur heutigen Nutzungsintensität sind derzeit nicht bekannt.
Im Rahmen der 4. Planänderung zum Pegnitztunnel wurde durch die DB Netz AG beschlossen, die Brücke ersatzlos abzubrechen. Es ist eine vollständige Erdauffüllung in diesem Bereich vorgesehen. Dies ist bauzeitlich über mindestens 12 Monate ebenfalls erforderlich. Das Bauwerk lässt sich in der bestehenden Form nicht mehr wirtschaftlich erhalten und weiter betreiben.
Seit Anfang 2010 ist die veränderte Planung der Stadt Nürnberg bekannt und es haben dazu Abstimmungen stattgefunden. Die Stadtverwaltung beabsichtigt, den Weg offen zu halten. Technische Lösungen wurden dazu ebenfalls abgestimmt und entsprechende Planungsgrundlagen an die Stadt übergeben (vgl. vorstehende Zeichnung). Es wird nach Möglichkeit eine neue geradlinige Verbindung für Fußgänger und Radfahrer geschaffen, diese soll eine Widmung als öffentlicher Weg erhalten. Das Verkehrsplanungsamt als zuständiger Straßenbaulastträger befasst sich derzeit mit Vorplanungen dazu. Die Abstimmungen dazu werden weiter betrieben. Jedoch wird eine Vollsperrung des Weges über mindestens 12 Monate während der Bauzeit des Tunnels (konkret: Vorbeifahrt der Maschine) nicht vermeidbar sein. Mit dem Abbruch der Brücke könnte mit Vorliegen der städtischen Planungen sowie des Wegebaurechts, welches ebenfalls durch die Stadt Nürnberg beantragt werden muss, der Personentunnel unter den bestehenden Gleisen errichtet werden. Anderenfalls muss dies nach der Vorbeifahrt der Tunnelvortriebsmaschine in einem neuen Bauprozess erfolgen.




